Joe Biden Alter: Die amerikanische politische Landschaft wird seit der Wahl Joe Bidens zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von einer anhaltenden und intensiv geführten Debatte begleitet. Im Zentrum dieser Diskussion steht nicht primär seine Politik im engeren Sinne, sondern ein persönliches, unveränderliches Merkmal: sein Alter. Der Begriff “Joe Biden Alter” hat sich zu einem feststehenden Ausdruck entwickelt, der weit über eine simple biologische Tatsache hinausgeht. Er ist zu einem politischen Rahmen geworden, einem Kürzel für eine komplexe Mischung aus berechtigten Fragen nach Amtstauglichkeit, politischer Rhetorik, medialer Darstellung und tief verwurzelten gesellschaftlichen Ansichten über das Altern und die Leistungsfähigkeit.
Dieser Artikel taucht ein in die vielschichtigen Dimensionen dieses Themas. Wir werden die historischen Fakten zu Bidens Alter beleuchten, die politische Instrumentalisierung analysieren, die Rolle der Medien hinterfragen, die medizinischen und psychologischen Aspekte betrachten und die breiteren gesellschaftlichen Implikationen dieser einzigartigen Debatte untersuchen. Es geht nicht darum, einfache Antworten zu liefern, sondern darum, die verschiedenen Fäden zu entwirren, die sich um den Diskurs zum “Joe Biden Alter” gewoben haben.
Die Debatte ist beispiellos in ihrer Intensität und Allgegenwart. Joe Biden übernahm sein Amt mit 78 Jahren als ältester Präsident in der US-Geschichte. Seine Entscheidung, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren, würde ihn, sollte er gewinnen und diese vollenden, am Ende seines Mandats 86 Jahre alt sein. Diese Zahlen allein sind historisch und werfen automatisch Fragen auf.
Doch die Diskussion um das “Joe Biden Alter” ist selten eine nüchterne Betrachtung von Zahlen. Sie ist emotional, oft polarisiert und wird von beiden Seiten des politischen Spektrums strategisch eingesetzt. Für seine Kritiker ist das Alter ein Synonym für geistige Unschärfe, körperliche Gebrechlichkeit und mangelnde Verbindung zu den drängenden Problemen einer sich schnell verändernden Welt. Für seine Unterstützer ist es ein Beweis für unschätzbare Erfahrung, bewährte Resilienz und die Fähigkeit, in turbulenten Zeiten Ruhe und Stabilität zu bewahren. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die öffentliche Wahrnehmung.
Die nackten Zahlen: Ein historischer Kontext
Um das Phänomen “Joe Biden Alter” wirklich zu verstehen, muss man es zunächst in einen historischen Kontext einbetten. Die Lebenserwartung und damit auch das durchschnittliche Alter von Amtsträgern hat sich über die Jahrhunderte deutlich verändert. George Washington trat sein Amt mit 57 Jahren an, ein für die damalige Zeit bereits fortgeschrittenes Alter. Das Durchschnittsalter aller US-Präsidenten bei Amtsantritt liegt bei etwa 55 Jahren. Biden stellt mit seinen 78 Jahren bei der Vereidigung daher eine deutliche Abweichung von diesem Trend dar. Die folgende Tabelle verdeutlicht den historischen Kontrast:
| Präsident | Alter bei Amtsantritt | Bemerkung |
|---|---|---|
| Joe Biden | 78 Jahre | Ältester Präsident bei Amtsantritt (2021) |
| Donald Trump | 70 Jahre | Ältester Präsident bei Amtsantritt vor Biden (2017) |
| Ronald Reagan | 69 Jahre | Ältester Präsident bei Amtsantritt bis Trump (1981) |
| Durchschnitt aller US-Präsidenten | Ca. 55 Jahre | – |
| John F. Kennedy | 43 Jahre | Jüngster gewählter Präsident (1961) |
| Theodore Roosevelt | 42 Jahre | Jüngster Präsident insgesamt (Nachrücker 1901) |
Diese Zahlen sind unbestreitbar. Sie zeigen einen klaren Trend zu älteren Kandidaten in der jüngeren Vergangenheit. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist jedoch, ob dieser Trend ein Problem darstellt oder einfach ein Spiegelbild einer älter werdenden Gesellschaft ist. Die Vereinigten Staaten, wie viele andere Industrienationen, erleben einen demografischen Wandel. Die Babyboomer-Generation, eine der größten Kohorten der Geschichte, befindet sich nun im Rentenalter oder nähert sich diesem. Es ist vielleicht nicht überraschend, dass diese Generation auch ihre politischen Vertreter stellt.
Doch die reine Zahl sagt wenig über die individuelle Verfassung aus. Die Debatte um das “Joe Biden Alter” dreht sich selten nur um das Geburtsdatum. Sie fokussiert sich auf die wahrgenommene und tatsächliche Interaktion zwischen dem biologischen Alter und den Anforderungen des mächtigsten Amtes der Welt. Historische Vergleiche werden oft gezogen, insbesondere zu Ronald Reagan, der ebenfalls mit Altersfragen konfrontiert war.
Reagan selbst scherzte darüber (“Ich werde das Altersproblem in dieser Kampagne nicht für politische Zwecke ausnutzen. Ich bin nicht dafür, meinen Gegner aufgrund seiner Jugend und Unerfahrenheit angreifbar zu machen.”), doch hinter den Kulissen gab es bereits damals Besorgnis. Der Fall Biden ist jedoch aufgrund der höheren Ausgangszahl und der veränderten Medienlandschaft, die jedes Stolpern oder jedes versprechen in Echtzeit millionenfach verbreitet, anders gelagert.
Die politische Instrumentalisierung des Alters
Das Thema “Joe Biden Alter” ist längst zu einer festen Größe im politischen Werkzeugkasten geworden. Es dient als vielseitige Waffe, die je nach Bedarf und Zielgruppe eingesetzt wird. Für die Republikanische Partei und konservative Medien ist es ein zentraler Angriffspunkt. Die Strategie ist oft zweigleisig: Einerseits wird das Alter als Synonym für Inkompetenz und Schwäche dargestellt, andererseits wird es genutzt, um Zweifel an der tatsächlichen Handlungsfähigkeit des Präsidenten zu säen und eine Art Schattenführung durch seine Berater zu implizieren.
Kritiker nutzen sorgfältig ausgewählte Videoausschnitte von Versprechern, Momenten der Verwirrung oder körperlichen Stolperern, um eine Narrativ der geistigen und physischen Unzulänglichkeit zu konstruieren. Diese Clips werden in sozialen Medien viral geteilt und in Talkshows analysiert. Das Ziel ist es, das öffentliche Vertrauen in die Führungsfähigkeit des Präsidenten zu untergraben. Es ist eine Form der politischen Kommunikation, die stark auf Emotion und Wahrnehmung setzt, anstatt auf eine sachliche Analyse seiner politischen Entscheidungen. Das “Joe Biden Alter” wird so zu einer Chiffre für generelle Ablehnung seiner Politik – eine Art politischer Kurzschluss, der komplexe Sachfragen auf eine einfache, persönliche Ebene reduziert.
Auf der anderen Seite hat das Biden-Lager Strategien entwickelt, um dieser Erzählung zu begegnen. Lange Zeit versuchte das Weiße Haus, das Thema weitgehend zu ignorieren oder herunterzuspielen. Die offizielle Linie betonte stets seine “Entschlossenheit”, seine “Erfahrung” und seine “historischen legislativen Erfolge”. Man verwies auf seinen vollen Terminkalender und internationale Reisen als Beweis für seine Vitalität. Ein berühmtes Zitat von Biden selbst in einer Pressekonferenz lautete: “Schauen Sie mich an. Ich gebe Ihnen mein Wort als Biden: Ich bin in guter Verfassung.” Doch mit zunehmendem Druck, insbesondere nach speziellen Ermittlerberichten, die seine vergessliche Art in rechtlichen Kontexten beschrieben, änderte sich der Ton.
Die Strategie ging nun dahin, das Alter nicht zu leugnen, sondern es umzudeuten. Es wurde zum Zeichen von “Weisheit” und “Stabilität” im Gegensatz zur “unberechenbaren Jugend” seines wahrscheinlichen Gegners Donald Trump. Die Kampagne begann, das “Joe Biden Alter” als Vorteil zu rahmen – eine notwendige Medizin für eine durch Chaos geschwächte Nation.

Die Rolle der Medien: Verstärker und Reflektor
Die moderne Medienlandschaft spielt eine entscheidende, oft ambivalente Rolle bei der Formung der Debatte um das “Joe Biden Alter”. Das 24/7-Nachrichtenzyklus, der Hunger nach Klicks und die Macht der sozialen Medien schaffen ein Umfeld, in dem jeder kleine Ausrutscher sofort unter dem Mikroskop der öffentlichen Aufmerksamkeit liegt. Die Art und Weise, wie Medien über das Alter des Präsidenten berichten, schwankt zwischen legitimer journalistischer Aufsicht und sensationsheischender Überbetonung.
Einerseits ist es die Aufgabe der Medien, die Amtstauglichkeit des gewählten Führers kritisch zu hinterfragen. Gesundheitschecks, öffentliche Auftritte und die kognitive Leistungsfähigkeit sind von öffentlichem Interesse. Berichte über spezielle Ermittler, die den Präsidenten als “wohlmeinenden, älteren Mann mit schlechtem Gedächtnis” beschreiben, sind wichtige Informationen für die Wählerschaft. Qualitätsjournalismus versucht hier, eine nüchterne, faktenbasierte Berichterstattung zu liefern und die medizinischen Aspekte des “Joe Biden Alter” von der politischen Rhetorik zu trennen.
Andererseits fördert der Wettbewerb um Aufmerksamkeit oft eine fragmentierte und verzerrte Darstellung. Kurze, aus dem Kontext gerissene Clips von Versprechern verbreiten sich auf Plattformen wie Twitter oder TikTok schneller und weiter als lange Analysen über politische Erfolge. Talkshows, sowohl links als auch rechts des Spektrums, bieten dem Thema viel Sendezeit, da es emotional aufgeladen und einfach zu kommunizieren ist. Dies führt zu einer Verzerrung der Wahrnehmung.
Ein einzelner Moment der Verwirrung kann in der öffentlichen Erinnerung stärker haften bleiben als eine einstündige, kohärente Pressekonferenz. Die Medien agieren somit als gigantischer Verstärker für die Debatte um das “Joe Biden Alter”. Sie bestimmen, wann das Thema Hochkonjunktur hat und wie es präsentiert wird – mal als ernste Besorgnis, mal als politischer Fußball, mal als menschliche Geschichte über das Altern im Rampenlicht.
Medizinische und gerontologische Perspektiven
Jenseits der Politik und der Medien lohnt ein Blick auf die wissenschaftliche und medizinische Sichtweise auf das “Joe Biden Alter”. Die Gerontologie, die Wissenschaft des Alterns, lehrt uns, dass das Altern ein höchst individueller Prozess ist. Chronologisches Alter (die Anzahl der Lebensjahre) korreliert nicht perfekt mit biologischem Alter (dem Zustand des Körpers) oder kognitivem Alter (den geistigen Fähigkeiten). Die Bandbreite der Leistungsfähigkeit bei 80-Jährigen ist enorm.
Mediziner betonen, dass ein gesunder Lebensstil, genetische Faktoren und kontinuierliche geistige und soziale Aktivität eine große Rolle spielen. Von Präsident Biden ist bekannt, dass er einen relativ gesunden Lebensstil pflegt (er trinkt keinen Alkohol, trainiert regelmäßig). Regelmäßige medizinische Untersuchungen des Weißen Hausarztes wurden veröffentlicht und attestierten ihm grundsätzlich eine “robuste Gesundheit”, die für die Ausübung seines Amtes geeignet sei. Diese Berichte heben jedoch auch bestehende, altersübliche Beschwerden wie einen leicht erhöhten Cholesterinspiegel oder frühere medizinische Eingriffe (wie Aneurysma-Operationen) hervor.
Die eigentliche Knackpunkt in der medizinischen Debatte zum “Joe Biden Alter” ist jedoch die kognitive Leistungsfähigkeit. Hier gehen die Meinungen oft auseinander. Neurologen weisen darauf hin, dass leichte Wortfindungsstörungen oder gelegentliches Versprechen bei Stress oder Müdigkeit auch bei jüngeren Menschen vorkommen und nicht zwangsläufig auf eine ernsthafte neurodegenerative Erkrankung hindeuten. Andererseits ist ein gewisser kognitiver Rückgang im hohen Alter statistisch normal.
2Die Frage, die sich stellt, ist: Wo liegt die Grenze zwischen normaler, altersbedingter Veränderung und einer Beeinträchtigung, die die Ausübung eines so anspruchsvollen Amtes unmöglich macht? Diese Frage ist medizinisch schwer absolut zu beantworten und landet letztendlich immer im Bereich der politischen und öffentlichen Bewertung. Das Amt des Präsidenten ist einzigartig stressig; es stellt Anforderungen, die kaum in einem klinischen Test gemessen werden können.
Gesellschaftliche Implikationen und Altersbilder
Die obsessive Fokussierung auf das “Joe Biden Alter” sagt letztlich auch viel über unsere Gesellschaft und ihre Einstellung zum Altern aus. In vielen westlichen Kulturen herrscht ein tief verwurzeltes Alterstigma vor. Alter wird häufig mit Verfall, mangelnder Produktivität und einem Rückzug aus dem aktiven Leben assoziiert. Die Debatte um Biden reflektiert und verstärkt diese Stereotype. Sie sendet die Botschaft, dass ein sehr alter Mensch per se verdächtig ist, den Anforderungen einer modernen, schnellen Welt nicht gewachsen zu sein.
Gleichzeitig gibt es auch eine Gegenbewegung. Die steigende Lebenserwartung und die Aktivität der “jungen Alten” fordern diese traditionellen Altersbilder heraus. Viele Menschen bleiben bis weit in ihre 70er und 80er Jahre beruflich aktiv, engagiert und geistig rege. Die Frage ist, ob wir als Gesellschaft bereit sind, diese Vielfalt auch in den höchsten Positionen anzuerkennen. Die Diskussion um das “Joe Biden Alter” zwingt uns, darüber nachzudenken, ob unsere Vorstellungen von Leadership und Vitalität zu eng an Jugendlichkeit geknüpft sind. Sollte Weisheit, Erfahrung und Urteilsvermögen, die oft mit dem Alter einhergehen, nicht ebenso wertgeschätzt werden wie spontane Energie?
Die Debatte hat zudem generationenpolitische Aspekte. Sie findet in einem Land statt, das von tiefen Gräben zwischen Jung und Alt geprägt ist – in Fragen des Klimawandels, der sozialen Sicherungssysteme und der Technologiepolitik. Für viele jüngere Wähler ist die Vorstellung, von einer Person geführt zu werden, die älter ist als ihre Großeltern, befremdlich und symbolisch für einen Mangel an Zukunftsorientierung. Für ältere Wähler kann Bidens Alter hingegen Vertrautheit und das Gefühl von Kompetenz durch Lebenserfahrung vermitteln. Das “Joe Biden Alter” wird so zu einem Brennglas für generationenspezifische Ängste und Hoffnungen.
Der Vergleich mit Zeitgenossen und der Faktor Trump
Die Debatte um das “Joe Biden Alter” kann nicht isoliert betrachtet werden, besonders nicht im Kontext des wahrscheinlichen Wahlkampfgegners 2024, Donald Trump. Trump ist nur vier Jahre jünger als Biden und würde bei einem erneuten Amtsantritt ebenfalls ein historisch hohes Alter erreichen. Diese Konstellation führt zu einer faszinierenden und oft heuchlerischen Dynamik in der öffentlichen Diskussion.
Trumps Anhänger und viele Medien auf der rechten Seite des Spektrums konzentrieren ihre Kritik fast ausschließlich auf das “Joe Biden Alter”, während sie ähnliche Fragen zu Trumps Verfassung weitgehend ausblenden oder anders framen. Trumps eigene rhetorische Ausrutscher, Verwechslungen (z.B. zwischen Nancy Pelosi und Nikki Haley) oder sein körperlicher Zustand werden oft nicht mit der gleichen Schärfe thematisiert. Umgekehrt betonen Bidens Unterstützer und liberale Medien gezielt Trumps Alter und seine eigenen kognitiven Schnitzer, um die Angriffe auf Biden als verlogen darzustellen.
Dieser asymmetrische Umgang mit dem Thema zeigt, dass es beim “Joe Biden Alter” nur vordergründig um medizinische oder gerontologische Bedenken geht. In erster Linie ist es ein politisches Narrativ. Es funktioniert besonders effektiv gegen Biden, weil es zu einem bestehenden öffentlichen Bild passt – dem des älteren, manchmal umständlich wirkenden Politikers –, während es bei Trump, der ein Image der brachialen Vitalität kultiviert, weniger gut greift, obwohl die Altersdifferenz minimal ist. Der Vergleich unterstreicht, wie sehr die Wahrnehmung des Alters von Performanz, Rhetorik und medialer Darstellung abhängt und nicht von der nackten Zahl.
Die Zukunft der Debatte und mögliche Szenarien
Wie wird sich die Diskussion um das “Joe Biden Alter” in den kommenden Jahren entwickeln? Unabhängig vom Ausgang der nächsten Wahlen hat dieses Thema einen dauerhaften Eindruck in der amerikanischen Politik hinterlassen. Es hat einen Präzedenzfall geschaffen für die intensive und permanente Bewertung des Alters und der kognitiven Fitness von Spitzenpolitikern.
Sollte Biden eine zweite Amtszeit gewinnen, wird die Debatte mit jeder weiteren Monaten und Jahren an Schärfe zunehmen. Jeder öffentliche Auftritt wird noch genauer beobachtet werden. Die Frage der Nachfolge innerhalb der Demokratischen Partei und des “Ticket-Balancings” bei der Vizepräsidentschaftskandidatur wird vollständig von der Altersfrage überschattet sein. Der oder die Vizepräsidentin würde nicht mehr nur als Stellvertreter, sondern als potenziell unmittelbarer Nachfolger betrachtet werden. Das “Joe Biden Alter” würde so die gesamte politische Planung der Regierung und der Partei dominieren.
Sollte er die Wahl nicht gewinnen, wird das Thema dennoch nachhallen. Es wird Analysen geben, inwieweit das Alter ein entscheidender Faktor für seine Niederlage war. Es wird Diskussionen in beiden Parteien darüber geben, ob es informelle oder sogar formale Altersgrenzen für das höchste Amt geben sollte – eine äußerst kontroverse Idee in einem Land, das Diskriminierung aufgrund des Alters gesetzlich verbietet. Die Debatte hat bereits jetzt dazu geführt, dass andere ältere Politiker sich früher als geplant aus dem Amt zurückziehen oder sich rechtfertigen müssen. Das Phänomen “Joe Biden Alter” hat eine Tür geöffnet, die sich so schnell nicht wieder schließen lässt. Es hat das Alter zu einem der primären Bewertungskriterien für Präsidentschaftskandidaten gemacht, auf einer Stufe mit politischer Ideologie und Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau bedeutet der Begriff “Joe Biden Alter”?
Der Begriff “Joe Biden Alter” hat sich als feststehende Wendung in der politischen und medialen Diskussion etabliert. Er bezeichnet nicht einfach die biologische Tatsache, dass Joe Biden der älteste amtierende Präsident der US-Geschichte ist. Vielmehr umfasst er das gesamte Spektrum der damit verbundenen Debatten: Fragen nach seiner körperlichen und geistigen Amtstauglichkeit, die politische Instrumentalisierung seines Alters durch Gegner und Befürworter, die mediale Darstellung seiner Leistungsfähigkeit sowie die gesellschaftlichen Diskussionen über Altersbilder und Grenzen in hohen Ämtern. Es ist ein Sammelbegriff für ein komplexes politisch-gesellschaftliches Phänomen.
Gibt es objektive medizinische Bedenken zu Bidens Alter?
Die veröffentlichten medizinischen Berichte des Weißen Hausarztes bescheinigen Präsident Biden eine “robuste Gesundheit”, die für die Ausübung seines Amtes tauglich ist. Sie listen jedoch auch altersübliche Leiden wie Arthrose, einen erhöhten Cholesterinspiegel und die Folgen früherer Operationen auf. Der Hauptdiskussionspunkt liegt im kognitiven Bereich. Während leichte Wortfindungsstörungen im hohen Alter nicht ungewöhnlich sind, sorgen sich einige Experten vor dem Hintergrund des extrem stressigen Amtes um die konstante Spitzenleistung. Eine objektive, allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da die Anforderungen des Präsidentenamtes einzigartig sind und nicht mit standardisierten Tests vollständig erfasst werden können. Die Bewertung bleibt letztlich eine Mischung aus medizinischer Einschätzung und politischer Meinung.
Warum wird über Bidens Alter so viel mehr gesprochen als über das von Donald Trump?
Obwohl Donald Trump nur vier Jahre jünger ist, konzentriert sich die Debatte ungleich stärker auf das “Joe Biden Alter”. Dies hat mehrere Gründe: Erstens passt das Thema besser zum öffentlichen Image Bidens, der oft als traditioneller, manchmal umständlicher Politiker wahrgenommen wird, während Trump ein Image der unerschöpflichen Energie und Brachialität pflegt. Zweitens nutzen politische Gegner das Alter strategisch als Angriffspunkt gegen Biden, während sie es bei Trump oft aussparen. Drittens berichten viele Medien aufgrund von Bidens spezifischen Auftritten (Versprecher, Stolperer) häufiger und prominenter über sein Alter. Es ist also weniger eine Frage der Zahlen, sondern eine der politischen Narrativen und öffentlichen Wahrnehmung.
Hat die Debatte um das Alter Auswirkungen auf die Politik Bidens?
Absolut. Die anhaltende Diskussion um das “Joe Biden Alter” beeinflusst die Politik auf mehreren Ebenen. Sie prägt die öffentliche Wahrnehmung seiner Erfolge und Misserfolge; legislative Siege werden manchmal seiner Erfahrung zugeschrieben, während Fehlschläge mit mangelnder Dynamik in Verbindung gebracht werden. Intern kann sie das Machtgefüge verschieben, da andere Amtsträger oder Berater unter dem Verdacht stehen, mehr Einfluss auszuüben, um den Präsidenten zu “entlasten”. Sie bestimmt auch die Wahlkampfstrategie, zwingt das Team, seine Vitalität gezielt in den Vordergrund zu stellen, und macht die Wahl einer Vizepräsidentschaftskandidatin oder eines -kandidaten zur entscheidenden Frage der Nachfolgebereitschaft.
Wird diese Debatte einen langfristigen Einfluss auf die amerikanische Politik haben?
Ja, mit großer Wahrscheinlichkeit. Das Phänomen “Joe Biden Alter” hat einen Präzedenzfall geschaffen. Das Alter und die kognitive Fitness von Spitzenpolitikern sind nun dauerhaft im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit und der medialen Berichterstattung. Zukünftige Kandidaten und Amtsträger jenseits der 70 werden sich ähnlichen Fragen stellen müssen. Es könnte zu Forderungen nach transparenteren und regelmäßigeren Gesundheitschecks für Präsidentschaftskandidaten kommen. Innerhalb der Parteien könnte es Überlegungen geben, ob informelle Altersgrenzen für Kandidaturen eingeführt werden sollten. Die Debatte hat eine Tür geöffnet, die das Altern im Kontext höchster politischer Führung neu und dauerhaft thematisiert.
Fazit
Die Debatte um das “Joe Biden Alter” ist viel mehr als nur eine Diskussion über eine Zahl. Sie ist ein vielschichtiges Phänomen, das sich an der Schnittstelle von Politik, Medien, Medizin und Gesellschaft abspielt. Sie offenbart, wie tief verwurzelt unsere kulturellen Ängste und Vorurteile gegenüber dem hohen Alter sind, und wie diese für politische Zwecke instrumentalisiert werden können. Gleichzeitig zwingt sie uns, unsere Definition von Vitalität, Führungsstärke und Kompetenz zu hinterfragen. Ist Weisheit und Erfahrung im hohen Alter ein unschätzbarer Vorteil oder ein Makel der Unbeweglichkeit? Die Antwort darauf bleibt subjektiv und politisch gefärbt.
Eines ist sicher: Durch die Präsidentschaft Joe Bidens hat das Alter als politischer Faktor eine neue, unumkehrbare Prominenz erlangt. Unabhängig vom Ausgang der nächsten Wahlen wird die Frage der Altersgrenzen und der kognitiven Fitness für das höchste Amt die amerikanische Politik noch lange begleiten. Die intensive Fokussierung auf das “Joe Biden Alter” hat einen Spiegel vorgehalten, in dem sich nicht nur ein Mann, sondern eine ganze Gesellschaft betrachtet – mit all ihren Fortschritten im Umgang mit dem demografischen Wandel und all ihren hartnäckigen Vorurteilen gegenüber dem Älterwerden.
Die Geschichte wird eines Tages ein Urteil darüber fällen, ob das Alter Joe Bidens größtes Hindernis oder seine geheime Stärke war. Bis dahin bleibt es das beherrschende Thema seiner Präsidentschaft und ein bleibendes Kapitel in der Geschichte der politischen Kommunikation.

